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REISEN 1000 km mit dem Pferd durch die Wüste Namibias Reisebericht und Fotos von Jennifer Hipfl Namibia – ein Land der Weite Wüste geritten – von ganz im Süden, einem Regensturm heimgesucht wür- und Vielfalt Richtung Norden über die Dünen Sos- den oder an einem Ort campten, wo wir Namibia im Süden Afrikas ist das Land susvleis, durch die Kuiseb Schlucht, bis uns wegen Wildtieren Sorgen machen mit der zweitgeringsten Bevölkerungs- zur Atlantikküste und dem Städtchen müssten, aber wir haben sie nie ge- dichte der Welt und ein Paradies für Swakopmund und danach wieder ins braucht. Ein- oder zweimal wurden wir scheinbar endlose Galoppaden fernab Landesinnere durch den Messum-Kra- zwar vom Lachen einer Hyäne geweckt, der Zivilisation. Obwohl das Land auf ter bis hin zum Brandberg, dem höchs- die sich in die Nähe des Camps verirrt einer Länge von 1540 Kilometern an ten Berg Namibias. Es war ein Monat hatte, doch die wurde von unseren Gui- den Atlantik grenzt, ist es zum grössten fernab der Zivilisation, ohne Internet- des Andrew und Larissa schnell wieder Teil von der Namib bedeckt – der ältes- oder Telefonverbindung, während dem verscheucht. Warum im Zelt schlafen, ten Wüste der Welt. Im Sommer kann wir einem ganz simplen Tagesrhyth- wenn es draussen doch so schön ist? es in der Wüste bis zu 50 °C heiss wer- mus folgten: eat, ride, sleep, repeat. Zwischen den drei Abschnitten ver- den und sie gilt aufgrund der jahrzehn- brachten wir jeweils zwei Nächte in telangen Trockenperioden als einer der Ein Abenteuer in drei Akten einer Lodge, um unsere Wäsche zu wa- unwirtlichsten Orte überhaupt. Die Na- Der 1000 Kilometer lange Ritt war auf- schen und uns etwas zu erholen bevor mib Wüste fasziniert aber auch durch geteilt in drei Abschnitte von je etwa es weiter ging. Während dieser Zeit war ihre Diversität – mal ist sie felsig, mal 300 bis 350 Kilometer, während denen die Crew damit beschäftigt, die Ausrüs- bedeckt von gigantischen Sanddünen, wir keinen Kontakt zur Aussenwelt hat- tung, einschliesslich der Sättel, zu rei- mal erstrecken sich scheinbar endlose ten und im Einklang mit der Natur leb- nigen, die Lebensmittelvorräte aufzu- Ebenen soweit das Auge reicht. Zwi- ten. Dank der tollen Crew mussten wir füllen und die Pferde «auszutauschen». schendurch ebnen Tonpfannen den Bo- aber trotzdem nicht auf einen gewissen Wir wurden während unserem Ritt von den für uralte Bäume und dann plötz- Luxus verzichten: Täglich haben Rayne, drei verschiedenen Herden von je 20 lich steht man vor der menschenleeren Willem und Laya drei köstliche Mahl- Pferden begleitet. Atlantikküste und blickt auf das Meer. zeiten über dem Feuer zubereitet, wir Was für ein Privileg und riesiges Aben- konnten jeden Abend warm duschen Die Pferde teuer, dieses faszinierende Land wäh- und sogar für Eis im Gin Tonic war Ihre etwa 100 Pferde sind das wertvolls- rend einem Monat hoch zu Pferd zu gesorgt. Wir schliefen unter dem end- te Gut von Andrew und seinem Team. durchqueren. Im vergangenen März bin losen Sternenhimmel auf Feldbetten Während etwa fünf Monaten im Winter ich mit einer internationalen Gruppe neben den Pferden und verbrachten leben die Tiere in 20-köpfigen Herden von 12 Reitern und einer tollen Crew unsere gesamte Zeit im Freien. Wir hat- ungestört auf einer riesigen Fläche knapp 1000 Kilometer durch die Namib ten zwar Zelte dabei, falls wir mal von von tausenden Hektaren natürlichem 9

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